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Annapolis ist eine Zwischenstation für uns...

Veröffentlicht am 02.05.2018

Annapolis ist eine Zwischenstation für uns. Jürgen fliegt wieder nach D und Ecki kommt für drei Wochen an Bord. — Dadurch haben wir eine Woche Zeit uns umzusehen. Natürlich wollen wir Washington besuchen. Als Abenteuer haben wir uns vorgenommen mit den "öffentlichen" Verkehrsmitteln zu fahren. Jürgen hatte es im Internet recherchiert. Direkt vor der Marina lag eine Haltestelle, wir waren pünktlich da, der Bus kam 20 Min später. Der Busfahrer wuste nichts von einer Umsteigemöglichkeit aber funkte seinen Chef deswegen an. Ja, gibts! Er gab Gas, damit wir den Bus noch kriegten. Alles noch in Annapolis. Haltestelle, Schild alles war da - nur kein Bus! Den Caffeebesitzer, den wir fragten, sagte er hätte schon mal einen Bus gesehen aber regelmäßig, nein. Wir gaben auf, liefen zu Enterprise und liehen ein Auto. Die Bahn entfällt fast vollständig und Greyhound fährt die langen Strecken.- Einer Bekannten, die wir auf der Annapolis Boat Show trafen, erzählten wir diese Geschichte. Sie tippte in ihre "Uber " App, "Washington " ein: ein paar Sekunden später hatte sie das Ergebnis. Der Wagen wäre in 15 Minuten da und es würde 68$ kosten! Das ganze Land ist nur auf Autoverkehr eingerichtet, es kann sich auch keiner vorstellen, daß es auch anders gehen könnte.
Wir fuhren problemlos nach Washington, bekamen sogar einen Parkplatz und hatten einen entspannten Tag bei schönstem Wetter. Vorm "Weißen Haus", nicht sehr eindrucksvoll, protestierten Armenier, verschleierte Frauen machten Fotos und die Sherrifs, relativ locker, mittendrin. Amerikaner haben wir keine gesehen.
Am Dienstag brachten wir Jürgen zum internationalen Flughafen, der für Washington und Baltimore zuständig ist. Ein tapferer Abschied und er würde über Island nach Frankfurt fliegen. Wir fuhren noch weiter nach Baltimore aber mit den graubraunen Farben, dem Höllentempo und den vielen Menschen, fühlten wir uns nicht besonders wohl und machten daß wir wieder zurück in unsere "heile Welt" kamen.
Ecki kam am Donnerstag Abend. Einigermaßen geschlaucht von 2 Std Einreiseprozedur und 3 1/2 Std Autofahrt. Eine ruhige Nacht und ein Spaziergang durch Annapolis waren die richtige Basis, um los zu ziehen.
Zum Angewöhnen hatten wir eine kleine Spazierfahrt von 26 Mls nach St michael, ausgewählt. Wir hatten bloß vergessen, daß am Wochenende alle Angler, die ihr Boot schon im Wasser hatten unterwegs sein würden. Die Angelmethode, mit zwei Scheerbrettern, die hinterher gezogen werden, ist besonders fies. Zum einen haben die Fische kaum einen Chance dem Netz zu entgehen, zum andern benötigen die Boote einen Riesenraum.
In St Michael war Weinfest und alle Welt war unterwegs, um sich zu amüsieren. Da wir keinen Platz in einer Marina bekamen, ankerten wir auf 5 m Tiefe. Unseren Tender setzten wir auch ein um an Land zu kommen. Wenn man alleine damit unterwegs ist, ist es erstaunlich, welche Geschwindigkeiten mit den 15 PS möglich sind. Tags herrliche Sonne und schönste Temperaturen, fing es nachts an zu wehen und zu regnen. Wir gingen früh los, bei über 20 kns Wind und Strömung gegenan.
Der Wind frischte noch mehr auf und die Wellen waren 1 bis 2 m hoch. Gegenan hielt sich Broadsword noch sehr gut und auch die Geschwingkeit ging nicht zu sehr herunter aber die seitliche Welle, die wir dann nach einer Kursänderung nach NE hatten, war dann doch sehr eklig. Wir waren dankbar, als wir dann in der Marina ankamen. Es war die teuerste, die wir je hatten und es dämmerte uns, daß noch Spielraum nach oben ist, je weiter wir nach Norden kommen.- Dafür war das damit verbundene Restaurant gut und nicht so teuer. - Der Land-Stromanschluß brachte leider unsere Elektronic durcheinander. Normalerweise liefert der Landanschluß Strom - hier erschien es uns, als ob der Landanschluß unseren Bordstrom ansaugte und auch unseren Generator dann noch einschaltete. Das ist sicher alles Unsinn aber erklären konnten wir es nicht. Wir beschlossen die nächste Marina anzulaufen, in der Hoffnung auf einen vernünftigen Landabschluß. Bei 209 V Eingangsspannung, auch vergeblich.
Der Dienstag versprach bestes Wetter. Bei angenehmen Temperaturen und strahlender Sonne legten wir die paar Meilen im CD Kanal zurück, um dann in den Delaware River einzuschwenken. Sehr eindrucksvoll und sehr breit, auch ein großzügiges Revier. Bei Wind gegen Tidenstrom, sicher sehr heftig! Wir hatten
keine Probleme und hatten schon recht früh, die 60 Sm nach Cap May, zurück gelegt. Beim Anlegen machte sich aber dann doch der heftige Tidenstrom, bei ca 2 m Tidenhub bemerkbar. Wir konnten das Schiff nicht auf BB drehen, also gingen wir mit StB an den Anleger. Belohnt wurden wir mit den besten Toiletten und Duschen!