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Am nächsten Tag brachen wir früh auf.

Veröffentlicht am 17.07.2018

Im frühen Dunst unter der eindrucksvollen Macinaw Brücke hindurch - ein toller Anblick! Nach 9 Std erreichten wir South Manitou Island. Nur ein schmaler Streifen ist zum Ankern geeignet, davor geht es gleich auf 60 m. Hatten wir anfangs gute Bedingungen mit SW 3, drehte der Wind in der Nacht auf SW 4 und brachte uns einen ungemütlichen Liegeplatz. Noch einmal um das Schiff geschwommen und dann weiter nach Ludington. Die Welle 1 m wurden wir z.T. mit 11 Kns geschoben. Durch das heftige Rollen recht ungemütlich. Unterwegs fielen die Logge und der Windmesser aus, irgendwelche magnetischen Impulse. Das passierte uns 2 Tage später erneut.
Ludington entpuppt sich als freundliche, gepflegte kleine Stadt, alles in Reichweite zu Fuß. Anfang des 20. Jhd begann eine Fährlinie Eisenbahnwaggons auf die Westseite des Lake Michigan zu verschiffen. Auch heute noch wird die Verbindung mit MS Badger, einem urigen großen Dampfer von 1959, aufrecht erhalten.
Das Restaurant "Steamer", direkt neben unserem Liegeplatz, brachte uns stillen kulinarischen Genuss.
Wir lernten Scott kennen, einen ehemaligen Kapitän einer Rettungsorganisation, der geradezu vernarrt in Broady war und uns ein Buch und ein Amulet schenkte.
Der Tripp nach "Holland" war unaufgeregt trotz 0,5 m Welle. Unser Liegeplatz in der Eldean Werft/ Marina war nicht so toll, da die 2 Tage unseres Aufenthalts der Steg repariert wurde. Dafür waren die Waschräume fantastisch und Schwimmbad und Aufenthaltsräume schön. Wir lernten Cal und Terrie mit ihrer Tochter kennen, die Dauerlieger waren, und uns in ihrem Dodge Oldtimer herum kutschierten und Holland zeigten. Großzügig, hübsch, natürlich wunderschönen Häusern am Macatawa Lake und unglaublich vielen Parks mit Lilien in allen Farben. Gegessen wurde im "Alpen Rose". Gutes Europäisches Essen zu hohen Preisen. Ohnehin, wir merken ,dass wir uns einer Grossstadt nähern, denn die Preise gehen rasant in die Höhe.
Für die 90 Sms nach Chicago standen wir früh auf, denn wir wußten nicht, wie sich das Wetter entwickeln würde. Der Lake Michigan ist für seine unterschiedlichen Wetterverhältnisse bekannt. Wir hatten Glück und kamen zügig voran. Tiefblau und auch grün der See und sehr wenig Verkehr. Begeisternd, wie nach und nach die Skyline von Chicago auftaucht. AIS ist kein Thema für die Yachties, eher alles, was Power und Bequemlichkeit bringt.
Das Buchen der Marina stellte ein ziemliches Problem dar, da alle nur noch über das Internet, über "docwa,com", zu erreichen waren. Das Problem ist, dass man nicht eine sofortige Aussage bekommt, sondern 24 Std möglicherweise gewartet werden muss. Mit einiger Mühe bekamen wir eine Zusage in der 1.100 Liegeplätze Marina, Burnham Habor. Wir irrten durch die volle Marina ohne, dass auf unsere VHF Anrufe geantwortet wurde. Wir machten dann fest und riefen per Telefon an. Siehe da, auf einmal schickte man uns 2 junge Leute zum, reichlich späten, Festmachen. Da wir direkt vor dem Hafenmeisterbüro lagen, hatte man uns gesehen aber keine Lust gehabt raus zu kommen. Ein bisschen verständlich schon, denn in Cicago ist es schon um 0700 am 30 grad Cel warm und tags, 34 bis 36 grad.
In der Nacht kühlt es sich kaum ab, dafür sind die Züge wieder da, neben den rund die Uhr lauten Highways. Um 0700 am beginnt unser Nachbar sein commerzielles Schiff zu putzen - mit lauter Musik. Auf die vorsichtige Frage, ob er es vielleicht leiser machen könne, anwortet er: nein, sucht euch doch was anderes, er ist hier zu Hause!
Willkommen in der Großstadt!