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WE DID IT!

Veröffentlicht am 20.04.2019

High Noon in Harbortown Marina:
BROADSWORD crosses her wake!

Sanibel bescherte uns zwei schöne Tage. Jürgen fuhr mit dem Fahrrad quer über
die Insel, besuchte ein Naturschutzgebiet und arbeitete sich ab, an der Weite der Insel. das alles bei 33 grad C.- Wir gingen zum Strand, badeten, erfreuten uns an den vielfältigen Muscheln und schlossen uns einem Amerikanischen Paar an auf der Sucher nach der "Tiki" Bar. Erfolgreich! Zwei Pinacolada erleichterten den Rückweg bei der Hitze. Wir ließen noch einen "pumpout" machen. Das erste Mal mußten wir 26 Dollar dafür bezahlen. Bisher war dies immer kostenlos und mit einwandfrei arbeitenden Anlagen.
Bei 3/4 Windstärken ging es das letzte Mal durch die weite der Bay, Cape Coral, Fort Meyers den Apalatchicoola River hinauf. Das Türkisblau des Meeres wich dem Braun des Flusses. Landwirtschaft statt eleganter Villen.- Erstaunlich die Anzahl von großen, meistens alten Segelyachten, die im Fluss lagen.- Anscheinend recht beliebt als "Hurrican Hole". Vielleicht war auch so manch eines vergessen worden.
Nach 65 Sm , machten wir ln "Moore Haven" Schluss. Direkt gegenüber der öffentlichen Verwaltung, die viel besucht wurde. Durchschnittliche Verweildauer:
10 Min! Alle kamen mit einem Zettel in der Hand heraus. Schatten unter den Uferbäumen. Die Autobahnbrücke gab eine heftige Geräuschkulisse. Die Eisenbahnbrücke war teilweise stundenlang geschlossen.
Nach zwei Tagen brachen wir tatendurstig früh auf um den Okeechobee Lake zu queren.
Durch die letzte Schleuse und 22 Sm über den See! Ein großer Betonklotz fiel auf, mittendrin. Irgendwie sah er aus, wie ein Abflussstopfen. Hoffentlich zieht ihn keiner raus, während wir noch auf dem See unterwegs sind. Auf der Ostseite angekommen, ist man schon im direkten Bereich von der Ostküste Floridas. Als wir die letze Schleuse durchfahren hatten, querte vor uns langsam ein Krokodil. Erst im letzten Moment tauchte es empört ab. Ein Waschbär am Ufer ließ sich überhaupt nicht durch uns stören.
An Indian Town vorbei, machten wir erst in Stuart, in der Baywatch Marina, halt.
Alles furchtbar flach. Es blieben uns noch 30 Sm übrig.
Drei Brücken hintereinander mit viel Verkehr trennten uns noch von der Ausfahrt von Port St Lucie. Genaugenommen querten wir da schon unser Kielwasser, da wir bei den Übungsfahrten durch das Inlet auf das Meer hinaus gefahren waren. War vor einem Jahr schon ziemlich spannend in die 2 m hohen Brandungswellen zu fahren!
Jetzt blieben wir im ICW und gingen die nächsten 20 Sm nach Norden.

Um 12 uhr Ortszeit, 16 Gmt, kamen wir wieder in der Harbortown Marina an!
Da die Bar direkt neben unserem Anlegesteg war, stürtzen gleich ein paar nette Menschen auf uns zu. Besonders nett wurden wir von einem Deutschen Ehepaar begrüßt, welches wir schon vom vergangenen Jahr kannten. - Sie hatten wohl ihren Stammplatz an der Bar. Wir bezogen unseren Liegeplatz für den nächsten Monat, direkt neben dem, den wir vor einem Jahr hatten. Insgesamt war es ein bisschen " Nachhause kommen".

Die "Loop" war für uns 4.600 Sm lang. Wir haben hierfür 585 Maschinenstunden gebraucht. Durchschnitt Geschwindigkeit 7,8 kn. Verbrauch Diesel, ca 4.000 Ltr.
Also gerade einmal 1 und 1/4 Tankfüllung. Wir waren insgesamt 8 Monate unterwegs und haben 85 Ziele angelaufen. BROADSWORD ist problemlos gelaufen und hatte mit keiner der unterschiedlichsten Bedingungen, Schwierigkeiten.
BROADSWORD, mit seiner eigenwilligen Kontur, "German U- Boat", hat uns viel Sympathien eingebracht und uns viele Gespräche und Kontakte beschert. Ein
"Average white Boat", auch mit Deutscher Flagge, hätte kaum Aufmerksamkeit erzeugt. Die "Amis" zeigten sich alle gebührend beeindruckt von dem Spritverbrauch mit weniger als 2 Gallonen pro Stunde bei 8,5 kn Fahrt. Die eigenen Schiffe liegen alle bei einem Vielfachen und dann zumeist Benzin. Aber ernsthaft will keiner auf die Darstellung von Power, egal wie verzichten. Je mehr Power, je besser! Ach ja, natürlich mit so viel Comfort, wie möglich!

In einem Monat werden wir wieder los ziehen nach Norden. Hoffentlich noch zwei schöne Monate mit tollen, neuen Erfahrungen erleben, dann wird BRODSWORD aller Voraussicht nach Europa transportiert werden und erst einmal in eine Holländische Werft zur Überholung gehen. Europa bietet auch so viele Möglichkeiten und erst meine geliebte Ostsee!
Wenn Fragen in Zusammenhang mit Reise oder Schiff entstehen, kann auch direkt auf meiner persönlichen E Mail Adresse nachgefragt werden: w.helbig14165@gmail.com

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Die letzten Meilen bis bis zum Kreuzen des Kielwassers in Fort Pierce

Veröffentlicht am 15.04.2019

Nach Crystal River konnten die letzten Tage ja nicht mehr so aufregend sein, dachten wir! Die NSU hatten uns so gut wie aufgefressen aber wir machten uns tapfer auf den Weg nach Tarpon Springs. - Außen, auf dem Golf! Die letze Tour, danach nur noch auf dem GICW, dem Golf Intra Coastal Water Way. Die Überfahrt war ruhig und BROADSWORD meisterte alles wie gewohnt lässig. Auch das Rollen war nicht so unangenehm, wie ich es in Erinnerung hatte. Ein Problem stellten die unzähligen Crab Pots dar, die die See regelrecht vermient hatten. Auch die kleinen Bojen sahen schon aus, wie Mienen. Da sie meist einige Meilen in eine Richtung ausgelegt sind, kommt man auf einen Kurs, der halbwegs daran vorbei führt. Ein Problem gibt es, wenn ein anderer Fischer, seine Fallen dann schräg dazu auslegt.
Beim Einlaufen in die flachen Gewässer hörten wir eine Pan Pan Meldung der Coast Gard, die die Insassen eines 18 foot Bootes suchten.- Die Marina lag am Ende eines verwinkelten Kanals, vollgestopft mit Booten. Wir konnten telefonisch nicht buchen, da das Amerikanische I Phone nass geworden war. Außerdem hatten wir die Erfahrung gemacht, dass, wenn das Schiff schon da war, man häufig eine pragmatische Lösung fand, die man per Telefon nicht angeboten hätte. Auch diesem Fall: die Jungs des Hafenmeister mochten wieder einmal unser außergewöhnliches Schiff und legten uns an die Pumpout Pier - ein prima Platz! Nach den guten Duschen, einem Bad im Swimmingpool, beschlossen wir zwei Tage bleiben. Mit einem Bewunderer, ebenfalls Gastlieger, kamen wir ins Gespräch und er bot an, uns zu Wall Mart und West Marine zu bringen. Wir lernten, welcher Toast überhaupt ein bisschen schmeckt und welche Milch den Kaffe zur Freude macht. Bei West Marine bestellten wir 2 Reparatursets zur Auslieferung in Fort Pierce.- Unsere Schwarzwasseranlage arbeitete nicht richtig. Um den Luxus zu vervollständigen, kauften wir noch ein einfaches Androit Telefon als Ersatz für das IPhone. Was für eine Erleichterung wieder an den Informationen teilhaben zu können! Da es auch immer als Hotspot für die Crew dient, besonders wichtig.
Wir hatten ein bisschen über Roger, unseren freundlichen Helfer erfahren. Er hatte an der Olympiade 1972 in Kiel in der Soling Mannschaft teilgenommen. Als wir uns verabschiedeten, schenkte er uns ein von ihm geschriebenes Buch über einen wichtigen Seekampf im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.
Noch etwas Wichtiges, wir haben sehr guten Fisch gegessen und mußten uns nicht kratzen - es waren einfach keine Mücken da! Da war unser nächstes Ziel ganz anders: keine NSU mehr, sondern ebenso unsichtbare Mücken, die richtig große Einstiche hinterließen. Auch dort: ein Hafenmeister sagte, kein Platz, der andere, erfreulicherweise der Ranghöhere, gab uns einen Platz an einem 50 m langem Steg, der frei war und zugegebenermaßen recht eng war.
Der ICW wurde teilweise sehr weit, mehrere Meilen, besonders an den Inlets. Andererseits waren die davor liegenden Inseln, mit dem Festland durch viele Brücken verbunden. Bei den meisten Brückenwärtern wurden wir nett durchgelassen, bei manchen mussten wir 15 bis 30 Min warten, wegen des vielen Verkehrs. Der ICW ist gut betonnt und von wunderschönen fast karibischen Inseln gesäumt. Auch von vielen Mangroveninseln. Immer mehr große Condominium Anlagen "verschönern" die Ufer aber auch unzählige, z.T. phantastische Häuser. In den Manatee Zonen müssen alle ganz langsam fahren. Klappt aber nicht immer so richtig. Besonders fallen große Halbgleiter auf von 50, 60 foot, die eine riesige Welle reißen und alle in Gefahr bringen. Nach dem Motto : schaut her wie stark und schnell ich bin! Auch sonst ein ziemlicher Verkehr und immer schnell! Ach ja, Segler gibt es auch noch. Sie pflegen die Amerikanische Art des Segelns, selbst wenn die Bedingungen optimal sind: Segel hoch und Motor an.
Der nächste Hafen war Crows Nest, in Venice. Nichts besonderes aber wir bekamen ein paar Mückenstiche hinzu. - Auch die nöchste Tour nach Sanibel war wieder wunderschön, durch die phantastische Landschaft des ICW.
Für Sanibel hatten wir uns 2 Tage vorgenommen, da die Insel wunderschön ist und auch Naturschutzgebiete hat. Viele Häuser und Condos sind natürlich auch da! Eine sehr gute Marina und ein sehr gutes, natürlich auch teures, Fischrestaurant. Das Tuna Steak war kaum zu übertreffen!

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Auf nach Mobile!

Veröffentlicht am 07.04.2019

Mit frischer Power (durch Jürgen) ging es die letzen Meilen den Tentombigbi Kanal runter. Eine Übernachtung bei Bobbys Fisch Camp, eine weitere geankert im Tansas River und wir erreichten die Sumpfgebiete vor Mobile. Wir näherten uns der Mile 0 des Kanal und Flusssystems, welches uns über den Illinois, Mississippi, Ohio, den Tennessi und seinen Kanälen, einmal durch die Staaten gebracht hat. Interessant, schön, teilweise sehr aufregend und erstaunlich wenig befahren. 1500 sm Flüsse, Seen, Kanäle, sehr viele Schleusen, einige wenige Brücken, die für uns geöffnet wurden. Natürlich von der Durchfahrt Chicagos abgesehen, die nur mit gelegtem Mast möglich war und seinen eigenen Reiz hatte.

Mobile (mohbeele) war der Ausgangspunkt für den Besuch von New Orleans und weiteren Ausflügen. Wieder am Wochenende angekommen, klappte nichts mehr: meine Amerikanische Bank kam in der kurzen Zeit, die uns verblieb bis Feierabend, nicht mit der Änderung meines Kontos klar, da wieder ein Häckerangriff das Konto lahm gelegt hatte. Enterprise hatte versprochen uns am Sonnabend ein Auto zu geben, stellte aber fest, dass sie gar keines zur Verfügung hatten. Also griffen wir am Sonntag zur Uber App und ein freundlicher, gesprächiger Fahrer brachte uns nach Downtown Mobile, inklusive kleiner Führung. Nicht überwältigend aber doch sehr nett. In angenehmer Sonne an der Straße gesessen, gegessen und das Leben beobachtet.- Auch das Maritime Center war sehr liebevoll und informativ gemacht worden.
Am Dienstag, nachdem Auto und Bank erledigt waren, ging es endlich nach New Orleans. Über die Küstenstraße mit endlosem Strand, Häusern, Condos und wenigen Marinas. In der Ferne viele Ölfördertürme.
In Downtow N O, besser French Quater, angekommen, schreckte zunächst das Lager von hunderten von Obdachlosen unter einer sehr langen Hochbrücke. Auch sonst gab es auffallend viele Bettler.

Die Schausteller, Akrobaten, Handleser und natürlich Musiker, waren dagegen wie immer in touristischen Gegenden, Folklore. Ein Touristenmarkt mit Masken, Totenköpfen und , wie in vielen touristischen Städten der Welt, Chinesischem Krimskrams und T- Shirts. Den Leuten gefällts und das bunte Treiben gehört dazu. Die wenigen Häuser mit hübschen, pflanzengeschmückten umlaufenden Geländern und die Pferdekutschen gaben Lokalkolorit.- Anfang März, zu den Paraden und Bands des "Mardi Gras" wäre es
sicher viel spannender gewesen.
Wir machten noch einen Ausflug nach Dauphine Island, wo Jürgen und ich schwimmen gingen und nach Pensacola unserem ersten Ziel in der Golfregion. Ein toller Fischladen bescheerte uns eine herrliche Fischmalzeit mit Grouper und Amberjack.
Am nächsten Morgen ging es früh los. Bei 15 Kns Wind aus NE musste die Mobile Bucht doch lange nach Süd abgelaufen werden, dann ging es 60 Sm nach SE.
Die in der Stadt gelegene Marina hatten wir ins vorher angesehen und für gut befunden, da ein hübsches Restaurant dazu gehörte.- Am Sonntag zogen viele junge Menschen auf der Pier lang, in ihren besten Kleidern mit Freunden und Verwandten. Es wurde mit Mobile phone und professionellen Kameras Fotoshootings gemacht. Die Freuden des Wochenendes!
Die nächsten 50 Sm nach Rocky Bayou endeten in Niceville. Die vorgesehene Marina teilte uns mit, dass der letzte Hurricane 2018 diese Gegend heimgesucht hatte und viele Marinas zerstört wurden. Der Anruf bei 2 anderen bestätigte das. Auch was wir dann sahen: zerstörte Häuser und Stege und einige an Land geworfene Schiffe. Die Hälfte der Bäume in 2/3 m Höhe abgeknickt. - in Niceville wollten wir an sich ankern aber in der Stadtmarina winkte man uns freundlich zu und legte uns an den Steg "Anlegen verboten". Bei 3$ pro foot Bootslänge, wie auch in Pensacola, doch begehrt! Doch dann kamen die dortigen Harbor Hosts Gascadra und Justice und begrüßten uns so herzlich, dass wir uns sofort wohlfühlten. Sie hatten uns von ihrem Fenster aus gesehen, bei der AGCLA unser Schiff identifiziert und sich schlau gemacht über Daten, Werft und Historie. Schon enorm, was man alles dem Internet auf die Schnelle entnehmen kann!
Die nächste Tour über den GICW, Golf Intracoastal Waterway, war wunderschön.
Durch Marschlandschaft, Dünen, Wälder, wenig besiedelte Gegenden. Überall die Schäden des Hurricanes. Es war klar, dass wir Ankern müssen. Vor einem Militärstützpunkt, dessen Zapfenstreich wir noch hörten, fanden wir einen guten Platz bei 4 m Tiefe. Peilung stimmte, am Morgen auch noch.
Carrabelle in 72 sm Entfernung war der nächste Hafen. Deutlich weniger Zerstörung auf dem Weg aber wieder diese wunderschöne Marschenlandschaft und Dünen.
Große Seen mit 30 bis 50 cm Tiefe und dazwischen das Fahrwasser. Immer wieder gut betonnt und auch zT schon wieder ausgebaggert. Alles nur für die Yachties, kaum professioneller Schiffsverkehr. Ein Highland war die Begegnung mit einem Manatee, welches ruhig an uns vorbei schwamm.
Die Marina war sehr uhrig und entspannt. Auf meine Frage, was kann man denn in Carrabelle so machen, ertönte einstimmig von den herumlungernden Gästen im Hafenbüro: Bier trinken.- Wir nahmen uns natürlich die Ratschläge der Einheimischen zu Herzen!- Die "Nosee ums" waren allgegenwärtig und fingen an uns aufzufressen. Die Bisse sind deswegen so gemein, weil sie mindestens eine Woche schmerzen und auch nach drei Wochen sichtbar sind.
Eine Station weiter, in Steinhatchie, konnte ich 70 Bisse an einem Unterarm und Hand zählen. Irgendwie gewöhnt man sich daran. - Wir sind auch in der Wärme angekommen: In Berlin zählt alles, was nach 20 Uhr noch 21 Grad hat, als tropische Nacht. Wird hier regelmäßig übertroffen! Wir blieben nur eine Nacht in Steinhatchie, in einer Marina, wo alles aufs Angeln ausgerichtet war. Die Boote, ca 50, werden gemietet und es gehört zur Tradition, dass jeder junge Mann angeln muss, mit Fisch erschlagen und viel Bier.
Am frühen Morgen, wir hatten 85 sm vor uns, herrschte Kriegstimmung in der Marina. Die letzen Handgriffe, Bierdosen noch eingeladen, Vermummung gegen die NSU und auf gehts, finster entschlossen, den Krieg gegen die Fische zu gewinnen!-
Auf nach Chrystal River!
Die 65 sm über den Golf liefen gut, besonders, weil wir die Drehzahl auf 1600 erhöht hatten. Im Schnitt 9 kns, kamen wir gegen 17:30 zur Marina. Wie so häufig war dann schon Feierabend und so kamen wir dort nicht unter. Wir suchten uns den schönsten Ankerplatz und genossen die Schönheit und den Frieden, der Bucht.
Am nächsten Tag erkundeten wir mit dem Tender die touristischen Punkte. Es mündeten einige Quellen in der Bucht und dort war das Wasser tatsächlich kristallklar! Die bei Mantees so beliebten 72 grad F, hatte es auch. Wir sahen zwar keine Manatees, was kein Wunder war bei all dem Trubel, aber ein mittleres Krokodil schon. Danach gingen wir nicht mehr ganz so gerne ins Wasser.!

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Loop 2019

Veröffentlicht am 30.03.2019
Die "No see Ums"haben uns wieder! D.h. wir sind wieder in südlichen Gewässern. Genauer gesagt am Golf von Mexico!
Vor 4 Wochen sind wir wieder aufgebrochen, um den letzen Teil der GREAT LOOP zu Ende zu bringen. Wir haben 2018 soviel gesehen, Schönes erlebt und mit so vielen interessanten Menschen Kontakt gehabt, dass wir gerne weiter machen wollen, um
noch viel mehr von diesem schönen, widersprüchlichen Land zu erfahren.
 
Bei Frost ging es am 3. März nach Atlanta. Die Babys und Kleinkinder, die auch sonst auf unseren Flügen dabei sind, hatten auch wieder gebucht. Also ein ganz normaler Flug, sogar pünktlich. - Nach der üblichen zeitraubenden Prozedur für Kontrolle und Mietwagen, ging es los, die 5,5 Stunden bis Grand Harbor Marina in Counce, Tenessee, wo BROADSWORD die letzten 6 Monate gelegen hat. Eine Stunde mehr Zeit verschaffte uns die Region mit "Chicagoer" Zeit. Trotzdem kamen wir erst gegen 21 Uhr an. - 4 Grad, aber das Apartment war schön warm! Der Wachmann vom letzten Jahr begrüßte uns freundlich und erkannte uns gleich wieder. In der nächsten Nacht waren es - 8 Grad und die umgekehrt arbeitende Klimaanlage schaffte es nicht, genug Wärme zu erzeugen.
Aber das waren nicht unsere Sorgen: als erstes musste das Amerikanische Bank Konto wieder aktiviert werde, welches von Eindringlingen gehäckt worden war aber von der Bank gücklicherweise gesperrt wurde. Das Nächste war dann wieder die Amerikanische Mobilnummer zu aktivieren. Beides ging nur in Decatur. Es gab dort auch einen Zoll, der uns eine provisorische Cruising License ausstellte.
 
Das eigentliche Problem waren die enormen Regenmengen des Frühjahr, welche zu riesigen Überschwemmungen geführt hatte und im Gefolge des Ablaufen des Wasser, große Mengen Bodeneintrags in die Kanäle gespült hatten. Ein besonderes Problem tat sich hinter "Aberdeen, Lock and Dam" auf. Eine riesige Sandbank versperrte die Ausfahrt der Schleuse, nur noch ein schmaler Abfluss mit nur 2 bis 3 foot Wassertiefe. Wir setzten uns mit allen Stellen in Verbindung, die uns etwas weiter helfen könnten in Verbindung, besonders dem "army corps of engeneer", welches sich um alle Amerikanischen Inland Wasserstraßen kümmert.
Nach einem telefonischen Rundgespräch hörte es sich so an, dass durch die nächsten Regenfälle, die erforderlichen 5 foot erreicht werden könnten. Also Aufbruch am nächsten Morgen, um so schnell wie möglich, die 80 Sm bis Aberdeen Lock hinter uns zu bringen. Mit einer Übernachtung erreichten wir mittags A. L. - Was für eine Enttäuschung, das Lock verweigerte uns die Durchfahrt, wegen zu wenig Wassers.
Ein weiteres Motorboot war mit uns in Grand Harbor los gefahren, um diese Chance zu nutzen. Die Alternative über den Mississippi zu gehen, hatten wir uns in Memphis angesehen: 6 kns Strom, ohne Markierungen und jeder Menge Flachs. Mal von den 500 Sm mehr abgesehen, die es bedeutet hätte.
Der Mitfahrer und wir beschlossen für die Nacht zu ankern. Dummerweise ging der Anker unseres Kollegen auf Drift und das Schiff saß im nu auf den Flachs. Mit einiger Mühe gelang es uns mit unserem stabilen Tender mit nur 15 PS, das Motorboot herunter zu ziehen. Seine Versuche mit dem 25 PS Schlauchboot, waren total vergeblich. Wir gaben ihm den Rat im Fahrwasser zu ankern, da ja sowieso kein Verkehr möglich war.
Für den nächsten Tag war Regen und ein Tornado angesagt, strahlende Sonne begleitete uns bis Mittag! Wir hatten uns die Erlaubnis besorgt, um unsere eigenen Lotungen hinter der Schleuse zu machen.
So fuhren denn Rene und ich mit unserem kleinen 3 m Tender in die riesige 600 foot Schleuse ein! Wir wurden herunter geschleust und benutzen unseren Bootshaken um die Lotungen durchzuführen.
Wir stellten fest, dass es gehen müsste mit ein paarmal auf dem Sand aufzusetzen.
Erst links halten, beim senkrechten Baum nach rechts und dann wieder rüber.....
Zurück in die Schleuse, jetzt oder nie! Da brach der Tornado los, mit 30 bis 40 kns Wind. Die Sirene heulten und es regnete so, dass man kaum 30 m sehen konnte.
Mit Rückenwind waren wir so schnell, wie noch nie! - Wir mussten noch 2 Std warten bis der Alarm erlosch aber dann ging es mit BROADSWORD los. Die Lockmannschaft begrüßte uns als alte Freunde und wünschte uns Glück.
Zweimal aufsetzen- und wir waren durch! Unserem Kollegen hatten wir geraten es nicht zu versuchen, denn sein Schiff wog 30 T, bei gleichem Tiefgang.
Was waren wir glücklich und stolz! - Der Rest der Fahrt nach Demopolis war ein Kinderspiel im Verhältnis zu den bewältigten Problemen.
Nach einem Tag traf unser "Kollege" ein. Es war haarsträubend, was er uns erzählte
und so richtig stolz war er auch nicht auf seine "Leistung" aber er war durch:
Er hatte die Lockmannschaft überredet, den Damm für eine halbe Stunde zu öffnen.
Dadurch wurde er von den großen Wassermassen wie ein Spielzeug hin und her geschleudert, nachdem er die Schleuse verlassen hatte. Mit viel Glück blieb er weder auf der Sandbank noch auf der Steinböschung hängen.
In Demopolis durften wir das Courtesy Car benutzen. 6 Kontrolleuchten leuchteten permanent und jemand hatte ein Stück aus dem Lenkrad rausgebissen. Die rigide Hafenmeisterin bestimmte alles aber hatte auch alles unter Kontrolle .
Am Montagabend kam Jürgen planmäßig an und Rene musste am Dienstag früh Abschied nehmen. Er fuhr mit dem Auto wieder nach Atlanta und gab es bei Enterprise ab.
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