Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Auf nach Mobile!

Veröffentlicht am 07.04.2019

Mit frischer Power (durch Jürgen) ging es die letzen Meilen den Tentombigbi Kanal runter. Eine Übernachtung bei Bobbys Fisch Camp, eine weitere geankert im Tansas River und wir erreichten die Sumpfgebiete vor Mobile. Wir näherten uns der Mile 0 des Kanal und Flusssystems, welches uns über den Illinois, Mississippi, Ohio, den Tennessi und seinen Kanälen, einmal durch die Staaten gebracht hat. Interessant, schön, teilweise sehr aufregend und erstaunlich wenig befahren. 1500 sm Flüsse, Seen, Kanäle, sehr viele Schleusen, einige wenige Brücken, die für uns geöffnet wurden. Natürlich von der Durchfahrt Chicagos abgesehen, die nur mit gelegtem Mast möglich war und seinen eigenen Reiz hatte.

Mobile (mohbeele) war der Ausgangspunkt für den Besuch von New Orleans und weiteren Ausflügen. Wieder am Wochenende angekommen, klappte nichts mehr: meine Amerikanische Bank kam in der kurzen Zeit, die uns verblieb bis Feierabend, nicht mit der Änderung meines Kontos klar, da wieder ein Häckerangriff das Konto lahm gelegt hatte. Enterprise hatte versprochen uns am Sonnabend ein Auto zu geben, stellte aber fest, dass sie gar keines zur Verfügung hatten. Also griffen wir am Sonntag zur Uber App und ein freundlicher, gesprächiger Fahrer brachte uns nach Downtown Mobile, inklusive kleiner Führung. Nicht überwältigend aber doch sehr nett. In angenehmer Sonne an der Straße gesessen, gegessen und das Leben beobachtet.- Auch das Maritime Center war sehr liebevoll und informativ gemacht worden.
Am Dienstag, nachdem Auto und Bank erledigt waren, ging es endlich nach New Orleans. Über die Küstenstraße mit endlosem Strand, Häusern, Condos und wenigen Marinas. In der Ferne viele Ölfördertürme.
In Downtow N O, besser French Quater, angekommen, schreckte zunächst das Lager von hunderten von Obdachlosen unter einer sehr langen Hochbrücke. Auch sonst gab es auffallend viele Bettler.

Die Schausteller, Akrobaten, Handleser und natürlich Musiker, waren dagegen wie immer in touristischen Gegenden, Folklore. Ein Touristenmarkt mit Masken, Totenköpfen und , wie in vielen touristischen Städten der Welt, Chinesischem Krimskrams und T- Shirts. Den Leuten gefällts und das bunte Treiben gehört dazu. Die wenigen Häuser mit hübschen, pflanzengeschmückten umlaufenden Geländern und die Pferdekutschen gaben Lokalkolorit.- Anfang März, zu den Paraden und Bands des "Mardi Gras" wäre es
sicher viel spannender gewesen.
Wir machten noch einen Ausflug nach Dauphine Island, wo Jürgen und ich schwimmen gingen und nach Pensacola unserem ersten Ziel in der Golfregion. Ein toller Fischladen bescheerte uns eine herrliche Fischmalzeit mit Grouper und Amberjack.
Am nächsten Morgen ging es früh los. Bei 15 Kns Wind aus NE musste die Mobile Bucht doch lange nach Süd abgelaufen werden, dann ging es 60 Sm nach SE.
Die in der Stadt gelegene Marina hatten wir ins vorher angesehen und für gut befunden, da ein hübsches Restaurant dazu gehörte.- Am Sonntag zogen viele junge Menschen auf der Pier lang, in ihren besten Kleidern mit Freunden und Verwandten. Es wurde mit Mobile phone und professionellen Kameras Fotoshootings gemacht. Die Freuden des Wochenendes!
Die nächsten 50 Sm nach Rocky Bayou endeten in Niceville. Die vorgesehene Marina teilte uns mit, dass der letzte Hurricane 2018 diese Gegend heimgesucht hatte und viele Marinas zerstört wurden. Der Anruf bei 2 anderen bestätigte das. Auch was wir dann sahen: zerstörte Häuser und Stege und einige an Land geworfene Schiffe. Die Hälfte der Bäume in 2/3 m Höhe abgeknickt. - in Niceville wollten wir an sich ankern aber in der Stadtmarina winkte man uns freundlich zu und legte uns an den Steg "Anlegen verboten". Bei 3$ pro foot Bootslänge, wie auch in Pensacola, doch begehrt! Doch dann kamen die dortigen Harbor Hosts Gascadra und Justice und begrüßten uns so herzlich, dass wir uns sofort wohlfühlten. Sie hatten uns von ihrem Fenster aus gesehen, bei der AGCLA unser Schiff identifiziert und sich schlau gemacht über Daten, Werft und Historie. Schon enorm, was man alles dem Internet auf die Schnelle entnehmen kann!
Die nächste Tour über den GICW, Golf Intracoastal Waterway, war wunderschön.
Durch Marschlandschaft, Dünen, Wälder, wenig besiedelte Gegenden. Überall die Schäden des Hurricanes. Es war klar, dass wir Ankern müssen. Vor einem Militärstützpunkt, dessen Zapfenstreich wir noch hörten, fanden wir einen guten Platz bei 4 m Tiefe. Peilung stimmte, am Morgen auch noch.
Carrabelle in 72 sm Entfernung war der nächste Hafen. Deutlich weniger Zerstörung auf dem Weg aber wieder diese wunderschöne Marschenlandschaft und Dünen.
Große Seen mit 30 bis 50 cm Tiefe und dazwischen das Fahrwasser. Immer wieder gut betonnt und auch zT schon wieder ausgebaggert. Alles nur für die Yachties, kaum professioneller Schiffsverkehr. Ein Highland war die Begegnung mit einem Manatee, welches ruhig an uns vorbei schwamm.
Die Marina war sehr uhrig und entspannt. Auf meine Frage, was kann man denn in Carrabelle so machen, ertönte einstimmig von den herumlungernden Gästen im Hafenbüro: Bier trinken.- Wir nahmen uns natürlich die Ratschläge der Einheimischen zu Herzen!- Die "Nosee ums" waren allgegenwärtig und fingen an uns aufzufressen. Die Bisse sind deswegen so gemein, weil sie mindestens eine Woche schmerzen und auch nach drei Wochen sichtbar sind.
Eine Station weiter, in Steinhatchie, konnte ich 70 Bisse an einem Unterarm und Hand zählen. Irgendwie gewöhnt man sich daran. - Wir sind auch in der Wärme angekommen: In Berlin zählt alles, was nach 20 Uhr noch 21 Grad hat, als tropische Nacht. Wird hier regelmäßig übertroffen! Wir blieben nur eine Nacht in Steinhatchie, in einer Marina, wo alles aufs Angeln ausgerichtet war. Die Boote, ca 50, werden gemietet und es gehört zur Tradition, dass jeder junge Mann angeln muss, mit Fisch erschlagen und viel Bier.
Am frühen Morgen, wir hatten 85 sm vor uns, herrschte Kriegstimmung in der Marina. Die letzen Handgriffe, Bierdosen noch eingeladen, Vermummung gegen die NSU und auf gehts, finster entschlossen, den Krieg gegen die Fische zu gewinnen!-
Auf nach Chrystal River!
Die 65 sm über den Golf liefen gut, besonders, weil wir die Drehzahl auf 1600 erhöht hatten. Im Schnitt 9 kns, kamen wir gegen 17:30 zur Marina. Wie so häufig war dann schon Feierabend und so kamen wir dort nicht unter. Wir suchten uns den schönsten Ankerplatz und genossen die Schönheit und den Frieden, der Bucht.
Am nächsten Tag erkundeten wir mit dem Tender die touristischen Punkte. Es mündeten einige Quellen in der Bucht und dort war das Wasser tatsächlich kristallklar! Die bei Mantees so beliebten 72 grad F, hatte es auch. Wir sahen zwar keine Manatees, was kein Wunder war bei all dem Trubel, aber ein mittleres Krokodil schon. Danach gingen wir nicht mehr ganz so gerne ins Wasser.!