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Loop 2019

Veröffentlicht am 30.03.2019
Die "No see Ums"haben uns wieder! D.h. wir sind wieder in südlichen Gewässern. Genauer gesagt am Golf von Mexico!
Vor 4 Wochen sind wir wieder aufgebrochen, um den letzen Teil der GREAT LOOP zu Ende zu bringen. Wir haben 2018 soviel gesehen, Schönes erlebt und mit so vielen interessanten Menschen Kontakt gehabt, dass wir gerne weiter machen wollen, um
noch viel mehr von diesem schönen, widersprüchlichen Land zu erfahren.
 
Bei Frost ging es am 3. März nach Atlanta. Die Babys und Kleinkinder, die auch sonst auf unseren Flügen dabei sind, hatten auch wieder gebucht. Also ein ganz normaler Flug, sogar pünktlich. - Nach der üblichen zeitraubenden Prozedur für Kontrolle und Mietwagen, ging es los, die 5,5 Stunden bis Grand Harbor Marina in Counce, Tenessee, wo BROADSWORD die letzten 6 Monate gelegen hat. Eine Stunde mehr Zeit verschaffte uns die Region mit "Chicagoer" Zeit. Trotzdem kamen wir erst gegen 21 Uhr an. - 4 Grad, aber das Apartment war schön warm! Der Wachmann vom letzten Jahr begrüßte uns freundlich und erkannte uns gleich wieder. In der nächsten Nacht waren es - 8 Grad und die umgekehrt arbeitende Klimaanlage schaffte es nicht, genug Wärme zu erzeugen.
Aber das waren nicht unsere Sorgen: als erstes musste das Amerikanische Bank Konto wieder aktiviert werde, welches von Eindringlingen gehäckt worden war aber von der Bank gücklicherweise gesperrt wurde. Das Nächste war dann wieder die Amerikanische Mobilnummer zu aktivieren. Beides ging nur in Decatur. Es gab dort auch einen Zoll, der uns eine provisorische Cruising License ausstellte.
 
Das eigentliche Problem waren die enormen Regenmengen des Frühjahr, welche zu riesigen Überschwemmungen geführt hatte und im Gefolge des Ablaufen des Wasser, große Mengen Bodeneintrags in die Kanäle gespült hatten. Ein besonderes Problem tat sich hinter "Aberdeen, Lock and Dam" auf. Eine riesige Sandbank versperrte die Ausfahrt der Schleuse, nur noch ein schmaler Abfluss mit nur 2 bis 3 foot Wassertiefe. Wir setzten uns mit allen Stellen in Verbindung, die uns etwas weiter helfen könnten in Verbindung, besonders dem "army corps of engeneer", welches sich um alle Amerikanischen Inland Wasserstraßen kümmert.
Nach einem telefonischen Rundgespräch hörte es sich so an, dass durch die nächsten Regenfälle, die erforderlichen 5 foot erreicht werden könnten. Also Aufbruch am nächsten Morgen, um so schnell wie möglich, die 80 Sm bis Aberdeen Lock hinter uns zu bringen. Mit einer Übernachtung erreichten wir mittags A. L. - Was für eine Enttäuschung, das Lock verweigerte uns die Durchfahrt, wegen zu wenig Wassers.
Ein weiteres Motorboot war mit uns in Grand Harbor los gefahren, um diese Chance zu nutzen. Die Alternative über den Mississippi zu gehen, hatten wir uns in Memphis angesehen: 6 kns Strom, ohne Markierungen und jeder Menge Flachs. Mal von den 500 Sm mehr abgesehen, die es bedeutet hätte.
Der Mitfahrer und wir beschlossen für die Nacht zu ankern. Dummerweise ging der Anker unseres Kollegen auf Drift und das Schiff saß im nu auf den Flachs. Mit einiger Mühe gelang es uns mit unserem stabilen Tender mit nur 15 PS, das Motorboot herunter zu ziehen. Seine Versuche mit dem 25 PS Schlauchboot, waren total vergeblich. Wir gaben ihm den Rat im Fahrwasser zu ankern, da ja sowieso kein Verkehr möglich war.
Für den nächsten Tag war Regen und ein Tornado angesagt, strahlende Sonne begleitete uns bis Mittag! Wir hatten uns die Erlaubnis besorgt, um unsere eigenen Lotungen hinter der Schleuse zu machen.
So fuhren denn Rene und ich mit unserem kleinen 3 m Tender in die riesige 600 foot Schleuse ein! Wir wurden herunter geschleust und benutzen unseren Bootshaken um die Lotungen durchzuführen.
Wir stellten fest, dass es gehen müsste mit ein paarmal auf dem Sand aufzusetzen.
Erst links halten, beim senkrechten Baum nach rechts und dann wieder rüber.....
Zurück in die Schleuse, jetzt oder nie! Da brach der Tornado los, mit 30 bis 40 kns Wind. Die Sirene heulten und es regnete so, dass man kaum 30 m sehen konnte.
Mit Rückenwind waren wir so schnell, wie noch nie! - Wir mussten noch 2 Std warten bis der Alarm erlosch aber dann ging es mit BROADSWORD los. Die Lockmannschaft begrüßte uns als alte Freunde und wünschte uns Glück.
Zweimal aufsetzen- und wir waren durch! Unserem Kollegen hatten wir geraten es nicht zu versuchen, denn sein Schiff wog 30 T, bei gleichem Tiefgang.
Was waren wir glücklich und stolz! - Der Rest der Fahrt nach Demopolis war ein Kinderspiel im Verhältnis zu den bewältigten Problemen.
Nach einem Tag traf unser "Kollege" ein. Es war haarsträubend, was er uns erzählte
und so richtig stolz war er auch nicht auf seine "Leistung" aber er war durch:
Er hatte die Lockmannschaft überredet, den Damm für eine halbe Stunde zu öffnen.
Dadurch wurde er von den großen Wassermassen wie ein Spielzeug hin und her geschleudert, nachdem er die Schleuse verlassen hatte. Mit viel Glück blieb er weder auf der Sandbank noch auf der Steinböschung hängen.
In Demopolis durften wir das Courtesy Car benutzen. 6 Kontrolleuchten leuchteten permanent und jemand hatte ein Stück aus dem Lenkrad rausgebissen. Die rigide Hafenmeisterin bestimmte alles aber hatte auch alles unter Kontrolle .
Am Montagabend kam Jürgen planmäßig an und Rene musste am Dienstag früh Abschied nehmen. Er fuhr mit dem Auto wieder nach Atlanta und gab es bei Enterprise ab.